Parasiten - Flöhe, Zecken, Würmer, Läuse und Giardien

Katzen können nicht selten gemeine Untermieter beherbergen. Katzen-Parasiten setzen sich im Fell oder in den Organen fest und sind zum Teil auf den Menschen übertragbar.

Manche Parasiten kann man mit bloßem Auge entdecken, während andere sich eher im Verhalten der Katze oder durch körperliche Symptome bemerkbar machen.
So können ständige Erschöpfung, das Verweigern des Futters, Durchfall und gereizte Hautpartien allesamt Anzeichen für einen Parasitenbefall sein.
Welche Auffälligkeiten auftreten, hängt von der Art der Parasiten ab.

Deshalb gehört eine regelmäßige Prophylaxe genauso zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen parasitär übertragende Krankheiten, wie ein regelmäßiger Besuch beim Tierarzt, um zum Beispiel den Impfschutz bei ihrer Katze auffrischen zu lassen. Im Überblick erfahren Sie was Sie über Zecken, Flöhe, Milben und Co. wissen sollten.

Zecken gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Von klein und punktförmig bis zu Schildzecken, die in etwa so groß wie Wanzen sind.

Einige dieser Zecken sind in bestimmten Verbreitungsgebieten Überträger von Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis ( FSME) und die Borreliose (Lyme-Borreliose).

Doch hierauf wollen wir hier nicht eingehen, denn schließlich geht es um Plagegeister, die ihre Lieblinge befallen. Details hierzu entnehmen Sie bitte dem Infoportal "zecken.de".

Wer denkt, ich bin ein Stadtmensch und deshalb nicht betroffen, der irrt gewaltig. Auch in Städten gibt es Grünflächen, in denen sich ihre Katze (oder Sie selber) bewegt oder gesessen haben können. Und auch diese Grünflächen sind sehr oft mit Zecken verseucht.

Zecken bergen zugleich zwei Gefahren: Sie stechen nicht nur Ihre Katze, sondern auch Menschen. Anfangs sind sie sehr klein und werden schnell übersehen. Haben sie erst einmal gestochen (was in vielen Fällen unbemerkt bleibt) und sie sich mit Blut vollgesogen, werden sie größer. Erst dann fällt auf, dass man von einem Parasiten befallen worden ist.

Sie sollten ihre Fellnasen insbesondere in den Monaten März bis November regelmäßig mit einer Zeckenprophylaxe behandeln. Das gilt auch für reine Wohnungskatzen, obwohl die Gefahr des Zeckenbefalls hier eher als gering einzustufen ist. Bei Wohnungskatzen ist der Wirtsträger von Zecken entweder der Mensch oder Hunde, die auch im Katzenhaushalt leben.

Keinesfalls darf immer nur das gleiche Mittel eingesetzt werden, da sich die Parasiten dann darauf einstellen und immun gegen das Prophylaxemittel werden können.

Freigänger-Katzen haben leider die Angewohnheit auch ungebetene, wärmeliebende Gäste in die Wohnung einzuschleppen. Ganz besonders in den kalten Herbst-/Wintermonaten von Oktober - März.

Flöhe haben nur eine Überlebensstrategie: Blutsaugen und Eierablage, dort wo es dunkel und vor allem konstant warm bleibt. Diese kleinen Blutsauger nisten sich im Fell ihres Lieblings ein und lassen sich bequem in ihre Wohnung tragen. Dort angekommen springen sie dann meistens aus dem Fell des Tieres und suchen sich ein dunkles und warmes Plätzchen für ihre Eierablage.

Bei Flohbefall ist es ganz besonders wichtig, den gesamten Wohnraum gründlich zu reinigen und nicht nur das Tier selber zu behandeln, falls es befallen sein sollte. Flöhe vermehren sich rasend schnell und können im weiteren Verlauf auch auf Menschen und andere Tiere im Haushalt überspringen. Ganz besonders lieben sie Decken, Teppiche und Möbel mit denen die Katze in Kontakt gekommen ist.

Besorgen Sie sich am besten einen Flohkamm und untersuchen damit ihre heimkommende Katze auf Flohbefall. Auch sollten Sie hier regelmäßig das ganze Jahr über nach Angaben des Herstellers das Tier mit einer Flohprophylaxe behandeln.

Keinesfalls darf immer nur das gleiche Mittel eingesetzt werden, da sich die Parasiten dann darauf einstellen und immun gegen das Prophylaxemittel werden können.

Neben Zecken und Flöhe sind die Milben die am häufigsten auftretenden Parasiten bei Katzen. Sie sind mit bloßem Auge nicht erkennbar. Unter dem Mikroskop sehen sie den Spinnentieren ähnlich.

Die einzigen, mit menschlichen Augen erkennbare Milbenart, ist die Herbstgrasmilbe. Gehen sie nur einmal vor einem Gewitterregenschauer im Sommer in ihren Garten und halten nach kleinen, rötlichen, sich bewegenden Punkten Ausschau. Sie werden überrascht sein, wieviele es alleine davon gibt!

Milben werden meistens von der Katze beim Durchstreifen des Gartens oder dem Gras in einer Wiese "eingesammelt" und sorgen für Juckreiz, Entzündungen von Hautarealen und Haarausfall. Vereinzelt treten auch Symptome ähnlich einer Neurodermitis bei den Katzen auf.

Ohrmilben dagegen befallen den Gehörgang der Katze. Bei ihnen handelt es sich um kleine, weiße Parasiten, die den Gehörgang und die äußere Ohrmuschel des Tiers befallen.

Die Ohrentzündung kann auch das Trommelfell schädigen und sich so auf Mittel- und Innenohr ausbreiten. Im weiteren Verlauf ist auch eine Schädigung der Hirnhäute bei der Katze möglich. Bakterielle Sekundärinfektionen der geschädigten Haut im Gehörgang sind häufige Begleiterscheinungen einer Ohrenentzündung durch Befall mit Ohrmilben. Typische Symptome von Ohrmilbenbefall können sein:

  • Starker Juckreiz
  • Geröteter Gehörgang
  • Krusten- und Borkenbildung bei lange bestehender Infektion
  • Einseitiger oder beidseitiger Ohrbefall möglich
  • Häufiges Kopfschütteln
  • Gleichgewichtsstörungen

Wird der Ohrmilbenbefall nicht schnellstens behandelt, besteht die Gefahr, dass die Katze im schlimmsten Fall taub wird. Für die Diagnose von Ohrmilben genügt ein kurzer Blick eines Tierarztes mit dem Ohrenspiegel (Otoskop), um die Milben zu erkennen. Findet sich zudem das typische Kaffeeartig-braune Ohrsekret im Katzenohr, gilt die Diagnose von Ohrmilben schon als gesichert. Der Befall mit Ohrmilben wird wie folgt behandelt:

  • Reinigung des Ohrs der Katze mit einem angefeuchteten Wattestäbchen, um die Krusten aufzulösen und zu entfernen
  • Tägliches Einbringen einer vom Tierarzt verordneten Salbe ins Ohr der Katze, bis kein braunes Sekret mehr erscheint. Behandlung aller im Haushalt lebenden Katzen und Hunde mit dieser Salbe, da eine gegenseitige Ansteckung mit Ohrmilben nicht ausgeschlossen werden kann

Sichere Mittel, um einen Ohrmilbenbefall zu verhindern, gibt es nicht! Gerade freilaufende Katzen kommen auf ihren Streifzügen mit diesen Erregern in Kontakt. Vorbeugende Maßnahmen sind:

  • Waschen und reinigen Sie Decken und Schlafplätze Ihrer Katze. Dies ist äußerst wichtig, weil Milben mehrere Wochen abseits ihres Wirts überleben können und sich eine erneute Infektion nur bei vollständig gesäuberter Umgebung verhindern lässt
  • Staubsaugen und Säuberung der Umgebung sind ebenfalls wichtig, um Ohrmilben vorzubeugen
  • Vermeiden Sie den direkten Kontakt zu verunreinigten Oberflächen (z.B. Katzenohr und Katzen-Schlafplatz)
  • Eine gute eigene Körperhygiene sowie die Abschirmung, insbesondere von Kleinkindern, zu infizierten Haustieren senken zudem das Risiko, dass sich auch Menschen mit Ohrmilben anstecken

Die Notwendigkeit von regelmäßigen Wurmkuren wird nach wie vor sehr kontrovers diskutiert. Fest steht jedoch, dass insbesondere Freigänger mehrmals im Jahr von Würmern befallen werden. Da reicht schon eine kleine, leckere Feldmaus aus und die Katze hat einen Untermieter bekommen.

Hinweis: Sollten Sie bei dem Gedanken an Würmer eher Ekel empfinden, empfehlen wir Ihnen sich die Seiten der unten verlinkten Wurmarten NICHT anzusehen!

Die Wurminfektion der Katze verläuft zumeist harmlos, kann jedoch in Abhängigkeit der Wurmart (z.B. Herzwurm, Lungenwurm, Spulwurm, Hakenwurm, Blasenwurm oder Bandwurm) schwere Erkrankungen sowie Organschäden verursachen. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Entwurmung, das ganze Jahr über, sinnvoll und zu empfehlen. Eine regelmäßige Entwurmung schätzt nicht nur die befallende Fellnase vor einer übermäßigen Vermehrung, sondern auch alle ihre tierischen und menschlichen Mitbewohner. Denn Ausscheidungen der befallenden Katze können Wurmeier enthalten, die dann auf Decken, Teppiche, Kratzbäume, Möbel usw. verteilt werden.

Hinweise auf einen Wurmbefall ihrer Katze könnten sein:

  • Durchfall, Erbrechen
  • Hustenanfälle
  • Blut im Kot
  • Juckreiz am Anus (das Tier "rutscht" auf seinem Hintern)
  • Glanzloses, stumpfes sowie struppiges Fell
  • Haarausfall
  • Austrocknung ("Dehydration")
  • Gewichstsverlust in Verbindung mit Abmagerung
  • Aufgeblähter Bauch (ansonsten Symptomlos)

Bei sehr starken Wurmbefall werden auch adulte Würmer über den Kot der Katze ausgeschieden. Diese können mit bloßem Auge gut erkannt werden. Häufig bleibt ein Wurmbefall jedoch unbemerkt, weil in den meisten Fällen nur die Wurmeier mit dem Katzenkot ausgeschieden werden.

Was kann ich als Tierbesitzer gegen Wurmbefall tun?

Bitte vermeiden Sie unbedingt Eigentherapien mit im Handel verkäuuflichen Entwurmungsmitteln. Wirksame Entwurmungsmittel können Sie ausschließlich über ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker beziehen. Die Entwurmung mit natürlichen Mitteln wie z.B. Möhren, Kokosöl oder Papaya ist nicht zu empfehlen, da deren Wirksamkeit bis heute klinisch nicht nachgewiesen ist.

Zu vermeiden sind auch Präparate die Kürbiskerne, Schwarzkümmel, Bärlauch oder Knoblauch enthalten. Diese pflanzlichen Bestandteile, auch wenn sie nur in Spuren vorhanden sein sollten, sind für Katzen in bestimmten Dosen giftig und dürfen unter gar keinen Umständen gegeben werden. So führen z.B. bei Kürbiskernen und Schwarzkümmel die enthaltenden Terpene zu Leberschädigungen, während bei Bärlauch (aber auch Knoblauch) das enthaltende Alicin ab einer Dosis von 2 - 4g pro Tier (je nach Alter, Vorerkrankungen usw.) tödlich sind.

Für die Behandlung gegen Wurmbefall setzen wir in der Katzenpension prophylaktisch Milbemax ein. Zu weiteren alternativen Präparaten, wie zum Beispiel Panacur oder Profender (gegen Spul-, Haken- und Bandwürmer), fragen Sie bitte Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Katzenläuse ernähren sich zwar nicht von dem Blut ihres Lieblings, jedoch ausschließlich von deren Hautschuppen und Wundsekreten. Durch die Ausscheidungen der Läuse, die dann auf der Haut und im Fell der Katzen verbleiben, können Hautirritationen mit Juckreiz über Hautentzündungen (z.B. atopische Dermatitis) bis hin zu Erkrankungen mit Bandwürmern übertragen.

Die Eier der Bandwürmer werden hierbei zumeist durch die Ausscheidungen der Läuse auf die Katze übertragen. Der Lausbefall ist ganzjährig möglich und nicht an bestimmte Jahreszeiten gebunden. Auch können Läuse durch Sie als Katzenbesitzer unbemerkt über Ihre Kleidung mit eingeschleppt werden, sodaß hier auch ausschließlich gehaltene Wohnungskatzen gefährdet sind.

Deshalb ist es absolut erforderlich, dass Sie ihre Katze regelmäßig mit einem Spot-On-Präparat behandeln, um den Befall mit Läusen zu vermeiden.

Alle Katzenbesitzer, die schon einmal einen Giardienbefall mit ihren Lieblingen durchlebt haben, können bestästigen, dass dieses der wohl schlimmste Albtraum in ihrem Katzenbesitzerleben gewesen ist.

Giardien sind weder Viren oder Bakterien, sondern gehören zur Familie der Protozoen. Sie sind nicht so einfach zu bekämpfen wie Zecken, Würmer, Flöhe & Co. Auch sprechen sie deshalb weder auf Antibiotika noch auf Spot-On-Präparate an.

Die Giardien befallen den Dünndarm der Katze. Als klassische Symptome können Durchfall, Gewichtsverlust sowie Erbrechen und Fieber auftreten. Ein Test auf Giardien ist zwar vorhanden, jedoch können diese Parasiten erst dann eindeutig festgestellt werden, wenn sich die Darmbewohner bereits stark vermehrt haben und von der Katze über ihren Kot ausgeschieden werden. Eine Ausscheidung nur der Zysten führt in vielen Fällen zu negativen Testergebnissen. Eine Ansteckungsgefahr besteht immer dann, wenn die Fellnase am Kot einer befallenden Katze schnuppert. Aber auch, wenn sie ein ungesäubertes Katzenklo benutzt und beim Scharren und Verbuddeln mit den Exkrementen eines befallenden Tieres in Kontakt kommt und anschließend mit ihrer Fellpflege (z.B. durch Belecken ihrer Pfoten) beginnt.

Wie kann ein Befall mit Giardien festgestellt werden?

Bei einem Befall mit Giardien wird von einer "Giardiose" gesprochen. Festgestellt werden kann diese lediglich durch eine Kotprobe über einen Schnelltest oder Labortest. Die Schnelltests haben eine geringere Spezifizität als die Labortests, d.h. das ein Labortest viel genauer ist als der Schnelltest. Dafür dauert der Labortest aber auch i.d.R 1 Woche, bis ein Testergebnis vorhanden ist. Der Schnelltest bei einem Tierarzt benötigt dafür lediglich max. 30 Minuten. Für den Schnelltest oder den Labortest muss dazu die Katze nicht beim Tierarzt vorgestellt werden. Es sollte lediglich über einen Zeitraum von 3 Tagen Kot von der Katze eingesammelt werden, da diese nicht immer Giardien ausscheidet. Je früher bei Verdacht ein Befall mit Giardien nachgewiesen wird, um so besser kann er dann auch mit vom Tierarzt verordneten Tabletten oder Pasten behandelt werden.

Was kann ich als Katzenbesitzer gegen Giardiose tun?

Auf jeden Fall sollten Sie einen Test bei ihrem Tierarzt machen lassen, wenn Sie die oben beschriebenen Symptome bei ihrer Katze feststellen und Gewissheit haben wollen. Je früher ein Fall erkannt und behandelt wird, umso einfacher ist die Bekämpfung dieser Protozoen. Parallel zur Behandlung gegen Giardien sollten Sie auch zusätzlich die Futternäpfe, Trinkschalen und Trinkbrunnen, Schlafplätze sowie alle in ihrem Haushalt vorhandenen Katzenklos gründlich säubern und desinfizieren. Die Katzenklos müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden und die Streu täglich gewechselt werden, da Giardien abseits eines Katzendarms bis zu 3 Monate überleben können. Also Zeit genug, um die Zysten der Giardien über Schuhe und Kleidung in der ganzen Wohnung / Haus zu verteilen.

Giardien können auf den Menschen übertragen werden !

Da Giardien auch den Menschen befallen können (Zoonose!), ist mittlerweile auch eine Meldepflicht eingeführt worden. Aus diesem Grund ist für die Aufnahme einer Katze ein negativer Giardientest erforderlich und uns vorzulegen. Sofern wir nach Abgabe bei Ihrem Tier die typischen Symptome eines Giardienbefalls feststellen, wird das Tier umgehend in Quarantäne gehalten, ein Schnelltest durchgeführt und bei positiven Ergebnis sofort einem Tierarzt vorgestellt, um das Testergebnis bestätigen und einen Behandlungsplan machen zu lassen.